Kategorie / Migrationsforschung

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  • junge Männer mit Maske

    Während der Pandemie verlieren vor allem Geflüchtete den Job

    Sie sind oft erst kurze Zeit und befristet beschäftigt, häufig in der Gastronomie oder in anderen vom Lockdown betroffenen Branchen: Bei Migranten und Migrantinnen ist deshalb das Risiko, während der Pandemie den Job zu verlieren, etwa 2,5 Mal so groß wie bei anderen Beschäftigten. Bei Geflüchteten liegt es noch höher. Das zeigt eine Auswertung von „Leben in Deutschland“, die ForscherInnen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) gemacht haben.

    Ein Grund dafür liegt in unterschiedlichen beruflichen Tätigkeiten von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund. Denn die Zuwanderer und insbesondere die Geflüchteten haben häufig Jobs, die nicht ins Homeoffice verlagert werden können. So konnten während der Corona-Pandemie nur drei Prozent der Geflüchteten von zu Hause aus arbeiten.


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    Tagesschau: „Corona hat alle Pläne vernichtet“

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  • Zahnärztin

    Jobsuche mit Hindernissen

    Fünf Jahre nach ihrer Flucht nach Deutschland waren 28 Prozent der Frauen, aber 60 Prozent der Männer erwerbstätig.

    Ein zentraler Grund dafür ist, dass die Frauen im Herkunftsland häufiger in Bereichen wie dem Bildungs- und Gesundheitssektor gearbeitet haben. Ihre dort gewonnenen Qualifikationen werden auf dem Arbeitsmarkt hier häufig nicht anerkannt.

    Ein weiterer Faktor sind die Qualifikationen, die in Deutschland erworben wurden. Geflüchtete Frauen besuchen später als geflüchtete Männer Sprach- und Integrationskurse sowie Arbeitsmarktberatungsangebote, die für den Eintritt in den deutschen Arbeitsmarkt eine wichtige Rolle spielen.

    Darüber hinaus stellt die Aufgabe Kinder zu betreuen und gleichzeitig erwerbstätig zu sein die in den vergangenen Jahren nach Deutschland geflüchteten Frauen vor eine Herausforderung, wie die Forscherinnen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und des Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) herausgefunden haben.

    Die Forscherinnen betonen, dass der Zuschnitt politischer Maßnahmen auf die spezifischen Bedürfnisse geflüchteter Frauen die Arbeitsmarkteinbindung fördern können. Vom Ausbau des Kinderbetreuungsangebots beispielsweise könnten auch nicht-geflüchtete Frauen profitieren.


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    MIGAZIN: Geflüchtete Frauen müssen für Arbeitsmarktintegration viele Hindernisse überwinden

    IAB: Die Arbeitsmarktintegration geflüchteter Frauen verläuft langsamer als bei Männern

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  • zwei Frauen unterhalten sich

    Immer bessere Deutschkenntnisse und engere Kontakte zu Deutschen

    Unter den Geflüchteten, die zwischen 2013 und 2016 in Deutschland eingereist sind, hat der Anteil derjenigen beständig zugenommen, die sich selbst gute bis sehr gute Deutschkenntnisse attestieren. 2019 waren das knapp fünf von zehn Geflüchteten. Das zeigt eine Studie, für die Wenke Niehues, Nina Rother und Manuel Siegert vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) Daten der Studie „Leben in Deutschland“ ausgewertet haben. Gleichzeitig haben Geflüchtete immer mehr Zeit mit Deutschen verbracht, besonders an ihrem Arbeits- oder Ausbildungsplatz.

    Ältere Geflüchtete, Geflüchtete mit schlechteren Deutschkenntnissen und geflüchtete Frauen mit kleinen Kindern brauchen jedoch länger, um Kontakte zu Deutschen zu knüpfen. Sie laufen sogar Gefahr, im Hinblick auf ihre Deutschkenntnisse und ihre sozialen Kontakte ins Hintertreffen zu geraten.

    Darüber hinaus deuten die Analysen der Forschenden darauf hin, dass die Menschen während der Corona-Pandemie wieder weniger Kontakte zu Deutschen hatten und die meisten davon ausgehen, dass sich ihre Sprachkenntnisse nicht weiter verbessert -oder sogar verschlechtert haben.


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    BAMF: Bessere Deutschkenntnisse und mehr soziale Kontakte bei Geflüchteten

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  • ältere Frau (PoC) lächelt und hält eine Tasse

    Ältere Geflüchtete in Deutschland

    Vor allem junge Menschen sind in den vergangenen Jahren nach Deutschland geflohen. Nur ein kleiner Teil – etwa 12 Prozent der hier lebenden Geflüchteten – ist 45 Jahre oder älter. Aber gerade diese Menschen sind mit besonderen Herausforderungen konfrontiert. Zum Beispiel fällt es ihnen im Vergleich zu jüngeren Geflüchteten oft schwerer Deutsch zu lernen, einen Job zu finden und Kontakte zu den Menschen in Deutschland aufzubauen. Das zeigt eine Studie von Forschenden des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF), für die „Leben in Deutschland“ ausgewertet wurde.

    Darüber hinaus machen sich viele ältere Geflüchtete Sorgen um ihr Asylverfahren (52 %), darum nicht in Deutschland bleiben zu können (66 %) oder darum, in ihr Herkunftsland zurückkehren zu müssen (73 %). Auch Sorgen um ihre wirtschaftliche Situation und um ihre Gesundheit belasten sie.

    Und dennoch sind die älteren Geflüchteten alles in allem etwa genauso zufriedener mit ihrem Leben wie die jüngeren. Einen Grund dafür vermutet die Studienautorin Amrei Maddox in einer stärkeren familiären Einbindung der Älteren. Denn die meisten älteren Geflüchteten leben mit Familienangehörigen unter einem Dach.


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    BAMF: Ältere Geflüchtete in Deutschland

    BAMF: Lebenssituationen älterer Geflüchteter in Deutschland

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  • Geflüchtete in der Corona-Pandemie stark belastet

    Die Corona-Pandemie hat bei vielen Menschen das Gefühl von Einsamkeit verschärft. Sie fühlen sich nun so einsam, wie sich  Geflüchtete schon seit mehreren Jahren fühlen. Das zeigt eine Auswertung von „Leben in Deutschland“, die das DIW Berlin veröffentlicht hat.

    Die Studie zeigt auch, dass Geflüchtete weiterhin stärker psychisch belastet sind als Menschen ohne Migrationshintergrund. Zum Beispiel leiden sie häufiger unter Depressionen oder Ängsten.

    Den Grund dafür vermuten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in fehlender sozialer Teilhabe: Denn wenn die Zugewanderten beispielsweise einen Job haben, sind sie weniger einsam. Auch wenn sie bessere Deutschkenntnisse haben oder ein höheres Haushaltseinkommen, mildert das das Gefühl von Einsamkeit.

    Die Forschenden fordern daher für die Geflüchteten eine bessere Sprachförderung und einen besseren Zugang zum Arbeitsmarkt.


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    Geflüchtete sind auch in der Corona-Pandemie psychisch stark belastet

    Der Spiegel: Eine Epidemie namens Einsamkeit

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  • Soziale Integration der Geflüchteten macht Fortschritte

    Fünf Jahre nach „Wir schaffen das“ zeigt sich, dass die Integration von Geflüchteten in vielen Bereichen gelungen ist. Gut vier von zehn Schutzsuchenden haben einen Job gefunden. Die Kinder und Jugendlichen fühlen sich in den Schulen gut integriert. Gleichzeitig ist der Anteil der Menschen, die sich „große Sorgen“ über Zuwanderung macht zurückgegangen. Das zeigt eine Auswertung von „Leben in Deutschland“, deren Ergebnisse die Ökonomin Katharina Spieß vom DIW Berlin im Video zusammenfasst.

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    DIW Berlin: Fünf Jahre nach „Wir schaffen das“: DIW Berlin zieht Zwischenbilanz zur Integration von Geflüchteten

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