Pflege wird größtenteils privat organisiert

Nur 14 Prozent der Pflegebedürftigen in Deutschland werden derzeit in einer professionellen Pflegeeinrichtung betreut, 86 Prozent hingegen in Privathaushalten. Wie ist diese „informelle Pflege“ organisiert?

Die Studie „Leben in Deutschland“ zeigt: Informelle Pflege findet häufiger außerhalb als innerhalb des eigenen Haushalts statt, und zwar in der Nähe des Wohnorts der/des Pflegenden. In der Regel wird die Pflege durch Angehörige und Freunde geleistet. Dabei sind Frauen in den meisten Fällen die Hauptpflegepersonen.

Menschen, die jemanden außerhalb ihres Haushalts pflegen, sind im Durchschnitt 54 Jahre alt, erwerbstätig und haben einen etwas höheren Bildungsstand als diejenigen, die im eigenen Haushalt Pflege leisten. Letztere sind häufig ältere Menschen, die ihre Partner zuhause betreuen.

Es ist abzusehen, dass die Zahl der Pflegebedürftigen immer weiter zunehmen wird – gleichzeitig hält der Pflegesektor mit diesem Anstieg nicht Schritt. Hinzu kommt, dass die vielen informell Pflegenden häufiger hohen finanziellen Belastungen ausgesetzt als Menschen ohne Pflegeaufgaben.

Weitere Informationen

Brandt, Martina, Ulrike Ehrlich, Johannes Geyer, Peter Haan, & Nadiya Kelle: Größter Pflegedienst in Deutschland: Millionen Menschen pflegen Angehörige inner- und außerhalb ihres Haushalts, in: DIW-Wochenbericht 37/2025. S. 592-598.

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