Kategorie / Familie / Gesellschaft

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  • zwei Frauen packen Lebensmittel in Tüten

    Freiwillig was bewegen

    Egal ob Sportvereine, freiwillige Feuerwehr oder Flüchtlingshilfe –  ohne den Einsatz von Ehrenamtlichen wäre all dies kaum möglich. Derzeit ist etwa jeder Dritte in Deutschland ehrenamtlich engagiert, Tendenz steigend. Vor allem in ländlichen Regionen bringen sich Freiwillige ein, wie eine neue Auswertung von „Leben in Deutschland“ zeigt.

     Besonders verbreitet ist ehrenamtliches Engagement in prosperierenden Regionen, also dort, wo viele Menschen gut gebildet und wenige arbeitslos sind. „In strukturschwachen ländlichen Gebieten gibt es hingegen dringenden Aufholbedarf“, sagt die SOEP-Forscherin Luise Burkhardt, die die Auswertung gemeinsam mit einer Kollegin vom Thünen-Institut gemacht hat. Denn dort tragen nicht nur Abwanderung und Überaltunter der Einwohnerschaft, sondern auch eine fehlende digitale Infrastruktur dazu bei, dass sich weniger Menschen einbringen können.

    Auffallend ist, dass sich mehr Männer aus Frauen ehrenamtlich engagieren. Ein Grund dafür könnte sein, dass Frauen im sehr ländlichen Raum noch häufiger in einer traditionellen Rolle leben und stärker in die in Betreuung der Kinder und die Hausarbeit eingebunden sind, vermuten die Forscherinnen.


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    Ehrenamtliche in sehr ländlichen Gegenden besonders engagiert – Männer aktiver als Frauen

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    Ismael Paramo on Unsplash

  • Mutter begrüßt ihr Kind

    Die meisten Mütter möchten berufstätig sein

    Mütter in Deutschland würden neben der Kinderbetreuung gerne mehr arbeiten, als es ihnen in vielen Fällen tatsächlich möglich ist. Das zeigt eine Untersuchung, für die der Ökonom Wido Geis-Thöne vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Daten der Studie „Leben in Deutschland“ ausgewertet hat.

    Demnach  ging jede vierte Mutter im Alter von 25 bis 54 Jahren zuletzt keinem Beruf nach. Aber nur zwölf Prozent von ihnen gab an, dass es ihr Wunsch sei, auf eine Erwerbstätigkeit zu verzichten.

    Besonders für Mütter mit kleinen Kindern unter drei Jahren ist es offenbar schwierig, ihre Berufswünsche zu verwirklichen. Von ihnen gingen fast 69 Prozent keiner Erwerbsarbeit nach, aber nur bei 27 Prozent entsprach das auch dem eigenen Wunsch.

    Warum das so ist? „Mütter mit Kindern sind häufig eingeschränkter bei ihrer Stellensuche, weil sie keine langen Pendelwege in Kauf nehmen können und finden deswegen schwerer eine passende Stelle“, vermutet Geis-Thöne, „oder sie wollen ihre Arbeitsstunden zwar grundsätzlich ausweiten, können aber nur zu einer Zeit mehr arbeiten, die für den Arbeitgeber nicht passt.“


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    Süddeutsche Zeitung: Warum viele Mütter nicht arbeiten – obwohl sie wollen

    Institut der deutschen Wirtschaft: Mütter haben unterschiedliche Erwerbswünsche und erwerbsbezogene Normen

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    Sai De Silva on Unsplash

  • Frau mit Kleinkind

    Elternzeit macht Kinder dauerhaft zufrieden

    Anfang Mai 1986 gab es in der damaligen DDR eine politische Reform, von der einige Menschen noch heute profitieren. Plötzlich war es Müttern und Vätern erlaubt, vom Zeitpunkt der Geburt eines Kindes an zwölf Monate bezahlte Elternzeit zu nehmen. Zuvor hatten fast alle Eltern den Nachwuchs schon nach fünf Monaten in einer Kinderkrippe geben müssen.

    Dieses Novum hat die mittlerweile Anfang bis Mitte dreißigjährigen Kinder von damals bis heute geprägt. Das zeigt eine Auswertung von Daten aus „Leben in Deutschland“ zweier Forscherinnen des ifo Instituts.

    Demnach sind Kinder, die ihr erstes Lebensjahr ausschließlich in der Obhut der eigenen Eltern verbrachten, heute um acht Prozentpunkte zufriedener als diejenigen, die bereits nach dem fünften Monat in die Krippe kamen.


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    Business Insider Deutschland: Kinder, deren Eltern länger in Elternzeit waren, sind als Erwachsene glücklicher — zeigt eine Langzeitstudie

    ifo Dresden: Längere bezahlte Elternzeit macht Kinder später zufriedener

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    Photo by Andriyko Podilnyk on Unsplash

  • Erzieherin sitzt in Flur einer Kita

    Viel Arbeit, wenig Anerkennung

    Dass Erzieher und Erzieherinnen nicht nur für einzelne Familien, sondern für die gesamte Gesellschaft essenziell sind, darüber sind sich die meisten Menschen einig. Und dennoch arbeiten sie unter schwierigen Bedingungen.

    Wie eine neue Auswertung von Leben in Deutschland zeigt, fühlen sich 80 Prozent der Erzieherinnen und Erzieher unterbezahlt Aber nicht nur die als zu niedrig empfundene Summe auf dem Gehaltszettel belastet sie. Etwa 75 Prozent macht auch häufiger Zeitdruck und Mehrarbeit zu schaffen. Ebenso viele schätzen ihre Aufstiegschancen als schlecht ein. Darüber hinaus beklagen rund 70 Prozent eine fehlende Anerkennung durch ihre Vorgesetzten.

    „Während der Corona-Pandemie haben die Belastungen für Erzieherinnen womöglich noch weiter zugenommen“, sagt die DIW-Bildungsexpertin Katharina Spieß, die die Studie gemeinsam mit ihrer Kollegin Ludovica Gambaro durchgeführt hat. Da im Laufe der Pandemie immer mehr Eltern ihre Kinder in die Kita-Notbetreuung geben konnten, hätten viele Erzieher und Erzieherinnen nicht wesentlich weniger Kinder betreut, als in normalen Zeiten. Zusätzlich mussten sie sich aber auch um die Einhaltung der Hygieneregeln kümmern. Als Belastung kam dabei auch die Sorge um die eigene Gesundheit hinzu.


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    RND: 80 Prozent der Erzieherinnen finden ihr Gehalt zu gering

    DIW Berlin: Acht von zehn Erzieherinnen in Deutschland fühlen sich durch unangemessenes Gehalt belastet

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  • schlfende Frau mit Brille

    Wie geht es uns in der Pandemie?

    Im Laufe der Corona-Pandemie sind die Menschen immer unzufriedener geworden. Vor allem das Freizeitangebot und das Familienleben sorgen offenbar bei vielen für Frust.
    Die gute Nachricht: Gleichzeitig hat sich während der Pandemie die Zufriedenheit vieler Menschen in bestimmten Lebensbereichen erhöht. So schätzen zahlreiche Erwachsene sowohl ihre Gesundheit als auch ihren Schlaf als deutlich besser ein als früher.

    „Im Angesicht der Bedrohungen durch die Pandemie sind die Zipperlein, die man am Rücken spürt, wohl zu vernachlässigen“, sagt SOEP-Direkt Stefan Liebig. Auch für die größer gewordene Zufriedenheit mit dem Schlaf gibt es eine Erklärung: „Durch das Homeoffice entfallen zum Beispiel lange Anfahrtswege zur Arbeitsstelle. Diese Erkenntnisse sind ein weiteres Ergebnis der Telefonbefragung zum „Leben in Deutschland in Zeiten des Coronavirus“, an der mehr als 12.000 Befragte unserer Langzeitstudie teilgenommen haben.    


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    Berliner Zeitung: Wie geht es uns in der Pandemie?

    SOEP-CoV Spotlight: Während der Corona-Pandemie sind die Menschen zunehmend unzufrieden mit der Freizeit, aber weiterhin zufrieden mit ihrem Schlaf

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    Photo by Isabella and Zsa Fischer on Unsplash

  • Junge und Mädchen an einem Tisch

    Gebildete Eltern, gesunde Kinder

    Die Bildung der Eltern hat nicht nur Einfluss auf Bildung, Beruf und Einkommen ihrer Kinder. Sie wirkt sich auch auf deren Gesundheit aus – und das auch noch Jahrzehnte nachdem der Nachwuchs das Elternhaus verlassen habt. Das zeigt eine Untersuchung auf der Grundlage von „Leben in Deutschland“, die ein Forschungsteam aus Halle erstellt hat. Was die seelische Gesundheit betrifft, scheint die Bildung der Eltern weniger entscheidend zu sein.

    Universität Halle: Bildung der Eltern beeinflusst langfristig die Gesundheit ihrer Kinder

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  • Mutter sitzt mit zwei Kleinkindern auf dem Sofa

    Kinderbetreuung Corona, Mütter tragen die Hauptlast, Väter holen auf

    Nachdem Schulen und Kitas geschlossen wurden, mussten viele Eltern neben ihrer Erwerbsarbeit Kleinkinder betreuen und Schulkinder unterrichten. Wie „Leben in Deutschland“ zeigt, übernahmen die Mütter dabei einen Großteil der Kinderbetreuung. Während sie sich um ihre Kinder im Alter von bis zu elf Jahren werktags durchschnittlich 9,6 Stunden lang kümmerten, taten die Väter dies 5,3 Stunden lang. Nichtsdestoweniger haben sich die Männer stärker eingebracht als zuvor. Sie verbrachten im Mittel 89 Prozent mehr Zeit mit Kinderbetreuung als im Vorjahr. Das Homeschooling empfanden die meisten Eltern als erträglich. Allerdings hätten Alleinerziehende und weniger gebildete Eltern mehr Unterstützung durch die Schulen gebraucht. Mehr zur Studie der SOEP-Forscherin Sabine Zinn finden Sie hier.

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    DIW Berlin: Kinderbetreuung in Corona-Zeiten: Mütter tragen die Hauptlast, aber Väter holen auf

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  • ältere Frau sitzt auf einer Bank

    Corona macht die Menschen einsamer

    Die Befragten fühlten sich in ihrem Leben ähnlich wohl und zufrieden wie in den Vorjahren und sie litten auch nicht häufiger unter Angst und Depressionen. Dennoch hat die Einsamkeit – gemessen an dem Unterschied zwischen gewünschten und tatsächlich vorhandenen sozialen Beziehungen – während der Pandemie deutlich zugenommen. Besonders davon betroffen waren Frauen und junge Menschen. Warum das so ist? Studienautorin Theresa Entringer, die am  SOEP forscht, vermutet, dass viele junge Menschen vor der Pandemie Kontakt zu zahlreichen Freunden und Bekannten hatten, der ihnen jetzt fehlt. Ältere Menschen würden sich hingegen generell stärker auf Partner und Familie konzentrieren und könnten diese Beziehungen auch in der Pandemie pflegen.

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    DIW Berlin: Einsam, aber resilient – Die Menschen haben den Lockdown besser verkraftet als vermutet

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