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Frauen bei Vermögensaufbau benachteiligt
Auf dem Arbeitsmarkt sind Frauen bekanntermaßen durch den so genannten „Gender pay gap“ benachteiligt: Eine Lücke von bis zu 18 Prozent klafft zwischen dem durchschnittlichen Einkommen von Männern und Frauen, wie frühere Ergebnisse von „Leben in Deutschland“ zeigen. Forschende untersuchten nun, inwiefern es auch Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt, was Vermögen und Vermögensaufbau angeht.
Über einen längeren Zeitraum betrachtet, ergibt sich ein klares Ergebnis: Männer und Frauen bauen Vermögen während ihres Lebens unterschiedlich auf. Männer erhalten während des Arbeitslebens im Durchschnitt mehr Vermögen in Form von Schenkungen und Erbschaften als Frauen. Diese erben erst später im Leben größere Summen, vor allem durch den Tod ihrer Ehepartner. Im Gegensatz zu Männern stehen ihnen weniger Möglichkeiten zur Verfügung, ihr Vermögen frühzeitig zu vermehren, zum Beispiel indem sie langfristige Investments tätigen oder unternehmerisch tätig werden.Weitere Informationen
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Depressionen: Davon hängt eine Diagnose ab
Von welchen Faktoren hängt es ab, ob Menschen mit depressiver Symptomatik eine entsprechende Diagnose erhalten? Dies untersuchten Forschende mithilfe von Daten aus der Studie „Leben in Deutschland“.
Sie stellen fest: Eine formale Diagnose zu bekommen ist wahrscheinlicher bei schlechterer körperlicher und mentaler Gesundheit, bei Frauen, im Alter und bei Vorhandensein von Neurosen oder Arbeitslosigkeit. Eine Erklärung ist, dass diese Gruppen – insbesondere Menschen mit bestehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen – öfter zum Arzt gehen und daher auch öfter diagnostiziert werden. Anders verhält es sich bei Männern, Menschen mit guter körperlicher und seelischer Gesundheit oder solchen mit festen Berufsverhältnissen. Bei ihnen wird weniger häufig eine Depression diagnostiziert.
Frauen, so die Forschenden, suchten nach dem Auftreten von Symptomen eher medizinische Hilfe auf als Männer. Dies liege an geschlechtsspezifischen Einstellungen zu psychischen Erkrankungen, durch die Frauen geprägt seien. Allerdings deuten einige Forschungsergebnisse auch darauf hin, dass Ärzte bei Frauen und anderen typischen Risikogruppen tendenziell eher Depressionen diagnostizieren als z.B. bei Männern.Weitere Informationen
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Wie wirkt sich eine Pflegetätigkeit auf das eigene Wohlbefinden aus?
Informelle Pflegetätigkeit wirkt sich negativ auf das Wohlbefinden aus. Je länger und je mehr Stunden in die Pflegetätigkeit investiert wird, desto stärker sind die negativen Folgen – besonders bei Frauen. Das zeigt eine Untersuchung möglicher Veränderungen nach dem Beginn der Pflege sowie währenddessen. Befragungen von Pflegenden aus drei Ländern (Deutschland, Niederlande und Australien) zeigen, dass die Annahme einer Pflegerolle grundsätzlich negative mentale und psychosoziale Folgen hat. Besonders stark sind diese Folgen in den ersten zwei Jahren nach Pflegebeginn. In dieser Zeit könnten stressmindernde Maßnahmen eingesetzt werden, um das Wohlbefinden der Pflegenden zu steigern.
Je länger die Pflegetätigkeit dauert, desto schlechter bewerten die Befragten ihre Lebenszufriedenheit. Bei Frauen sind die Auswirkungen stärker ausgeprägt als bei Männern. Bei beiden Geschlechtern sinkt das eigene Wohlergehen, je mehr Stunden sie für die informelle Pflegetätigkeit aufwenden.Weitere Informationen
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Geflüchtete haben mehr Kontakt zu Einheimischen
Soziale Kontakte können für Geflüchtete beim Einleben in ihrer neuen Heimat hilfreich sein und beispielsweise bei der Wohnungs- und Arbeitssuche oder beim Erlernen der neuen Sprache unterstützen. Dies gilt insbesondere für Kontakte mit Personen, die in Deutschland geboren und daher mit den geltenden Rahmenbedingungen vertraut sind.
Mit der jährlichen Teilnahme von Geflüchteten an der Studie „Leben in Deutschland“ lässt sich die Entwicklung der Kontakte mit Personen aus der einheimischen Bevölkerung im Zeitverlauf untersuchen. Hierbei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen geflüchteten Männern und Frauen, die 2015/16 in Deutschland Schutz suchten. Vor der Corona-Pandemie nahm der Anteil geflüchteter Männer mit mindestens wöchentlichen Kontakten zu Deutschen kontinuierlich zu, während bei geflüchteten Frauen keine Zunahme zu beobachten war. Im Zuge der Pandemie wurden die Kontakte bei beiden Geschlechtern seltener. Nach der Pandemie setzte sich die positive Entwicklung bei den Männern fort, und auch Frauen hatten deutlich mehr Kontakt zur einheimischen Bevölkerung.Weitere Informationen
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Kinder haben macht nicht zufriedener
Elternschaft wird in der Gesellschaft als zentraler Teil eines erfüllten und zufriedenen Lebens angesehen. Doch ist die Zufriedenheit von Menschen mit Kindern tatsächlich höher als die von Menschen ohne Kinder? Auf Basis der Befragung „Leben in Deutschland“ kommen Forschende zu dem Schluss, dass diese Frage zumindest für Deutschland nicht bejaht werden kann. Der Blick auf die Entwicklungen über den gesamten Lebenslauf hinweg zeigt: Allgemeine Lebenszufriedenheit, Einsamkeit und Zufriedenheit mit dem Beruf bleiben bei beiden Gruppen (Menschen mit und Menschen ohne Kinder) über das mittlere Alter hinaus gleichermaßen stabil.
Menschen ohne Kinder fühlen sich also auch nicht einsamer als Menschen mit Kindern. Insgesamt ist die psychische Gesundheit von Menschen ohne Kinder über den Lebensverlauf stabiler. Menschen mit Kindern erfahren besonders in den Erziehungsjahren stärker und häufiger kurzfristige Gemütserregungen, im negativen wie im positiven Sinne.Weitere Informationen
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Gesundheitliche Ungleichheit
Wie schätzen die Menschen in Deutschland ihren allgemeinen Gesundheitszustand ein? Eine Untersuchung von Daten der Studie „Leben in Deutschland“ aus den vergangenen 20 Jahren zeigt: Menschen mit niedrigerem Einkommen geben häufiger an, einen weniger guten oder schlechten Gesundheitszustand zu haben. Forschende sehen hierin eine wachsende gesundheitliche Ungleichheit: Sozial schlechter gestellte Menschen haben geringere Chancen, eine gute Gesundheit zu erlangen und zu bewahren. Ebenso ist ihr Risiko höher, an Krankheiten zu leiden oder frühzeitig zu versterben.
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Hohe Ungleichheit trotz steigender Löhne
Gerade einmal 10 Prozent der Haushalte in Deutschland verfügen über 56 Prozent des Vermögens. Damit schneidet Deutschland im europäischen Vergleich in puncto Ungleichheit schlecht ab. Die durchschnittlichen Haushaltsnettovermögen sind zwischen 2011 und 2021 zwar real um 39 Prozent gestiegen. Doch vor allem Schenkungen und Erbschaften sorgen über Generationen hinweg für eine ungleiche Vermögensverteilung.
Auch die positive Einkommensentwicklung der vergangenen Jahre hat das Armutsrisiko der Bevölkerung nicht senken können. Im Jahr 2022 lebten etwa 15 Prozent der Haushalte unterhalb der Armutsrisikoschwelle (Ein-Personen-Haushalt: 1.200 Euro Haushaltsnettoeinkommen pro Monat, Zwei-Personen-Haushalt mit Kind: 2.160 Euro). Besorgniserregend sind auch die Ergebnisse zur Altersarmut: In Ostdeutschland zum Beispiel ist jede*r Vierte im Alter von 60 bis 79 Jahren von Armut bedroht.Weitere Informationen
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Mehr Homeoffice als vor der Pandemie
Wie weit ist Homeoffice in Deutschland verbreitet? Dies untersuchten Forschende auf Basis von Daten der Studie „Leben in Deutschland“. Vor der Corona-Pandemie wurde die Homeoffice-Option in Deutschland deutlich seltener genutzt als im Ausland. Inzwischen ist das Arbeiten von zuhause etabliert – jedoch nicht in allen Branchen und über alle sozioökonomischen Faktoren hinweg.
Auch nach dem Wegfall der Homeoffice-Pflicht, im März 2022, arbeiten noch knapp 23 Prozent der Arbeitnehmenden einmal oder mehrmals pro Woche von zuhause. Besonders in der Finanzbranche, bei freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen, im Grundstückwesen, in der öffentlichen Verwaltung und im Bereich Information und Kommunikation sind starke Zuwächse beim Homeoffice zu beobachten. In kleineren Unternehmen bis 100 Mitarbeitenden ist die Homeoffice-Nutzung im Vergleich zu vor der Pandemie schwächer angestiegen als bei größeren Unternehmen (10 vs. 30 Prozent).
Je höher die Qualifikation und das Einkommen, desto häufiger arbeiten die Menschen im Homeoffice. Paare und Alleinstehende nutzen die Möglichkeit der Arbeit von zuhause sehr häufig, Menschen mit Kindern am häufigsten. Auffällig ist, dass im Homeoffice arbeitende Menschen im Schnitt sowohl mehr wöchentliche Arbeitsstunden als auch eine höhere Zufriedenheit berichten – in Bezug auf ihre Arbeit, ihr Einkommen und auch ihre allgemeine Lebenssituation.
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Rheinische Post: Weniger Beschäftigte arbeiten nach Corona ausschließlich im Homeoffice.
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Einkommensstarke Haushalte stoßen mehr CO2 aus
Forschende haben auf Basis der Studiendaten der Studie „Leben in Deutschland“ den jährlichen Ausstoß von Kohlenstoffdioxid (CO2) pro Kopf in Deutschland berechnet, und zwar speziell für die Bereiche Wohnen, Ernährung und Mobilität. Zusammengenommen belaufen sie sich auf 6,5 Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr und damit mehr als doppelt so viel, wie laut Umweltbundesamt klimaverträglich wäre (nämlich eine bis drei Tonnen pro Person).
Auffällig ist, dass die Emissionen mit der Einkommenshöhe ansteigen. Dies liegt vor allem an der höheren Mobilität einkommensstarker Haushalte. Besonders Flüge fallen dabei ins Gewicht: Beispielsweise verursacht ein innereuropäischer Flug bereits 0,5 Tonnen und eine Transkontinentalflugreise 4,7 Tonnen CO2.
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Frankfurter Rundschau: Reiche verursachen doppelt so viele Emissionen wie arme Haushalte
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„Pandemiestress“ und wen er besonders trifft
Wie wirkt sich Pandemiestress auf das Leben der Menschen aus und welche Bevölkerungsgruppen leiden darunter besonders? Der Forscher Markus M. Grabka vom Sozio-oekonomischen Panel und seine Mitautor*innen beleuchten dazu die Lebensbereiche Familie, Partnerschaft, eigene finanzielle Situation, psychisches Wohlbefinden, Freizeitgestaltung sowie die Lebens-, Arbeits- und Schulsituation. Die Daten stammen aus einer gemeinsamen Studie “Leben in Deutschland“ in Kooperation mit dem Robert Koch-Institut (RKI).
Pandemiebedingter psychosozialer Stress, kurz PIPS, wirkt sich generell am stärksten auf die Bereiche Sozialleben und Freizeitgestaltung aus. Frauen und jüngere Menschen haben ebenso wie Gruppen mit niedrigem Einkommen und niedriger Bildung ein höheres Stressniveau. Unterstützungsmaßnahmen bei Pandemien sollten daher speziell auf diese Gruppen ausgerichtet sein, so die Forschenden.
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Wohnsitzregelung für Geflüchtete
In den Jahren 2015 bis 2022 haben rund 2,35 Millionen Geflüchtete in Deutschland Asyl beantragt. Um eine Überlastung einzelner Orte zu vermeiden und Integration zu fördern, wurde im Jahr 2016 die so genannte „Wohnsitzregelung“ eingeführt: Demnach müssen Geflüchtete drei Jahre an dem zuerst zugewiesenen Ort wohnen.
Forschende haben mit Daten der Studie „Leben in Deutschland“ untersucht, inwiefern diese Regelung die Integration von Geflüchteten fördert. Das Ergebnis: Sie bringt aktuell nur wenige Vorteile und wirkt besonders auf dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt eher hemmend auf die Integration. Darüber hinaus sorgt sie für einen hohen administrativen Aufwand bei den zuständigen Behörden.
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Mehr Arbeit bei weniger Arbeitszeit
Die durchschnittliche Anzahl der Arbeitsstunden hat in der Bundesrepublik insgesamt abgenommen. Gleichzeitig erreichte das Arbeitsvolumen im Jahr 2023 ein Rekordhoch, verglichen mit den Werten seit 1991. Dies haben Forschende des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) in Berlin ermittelt. „Das Gesamtarbeitsvolumen ist vor allem gestiegen, weil immer mehr Frauen erwerbstätig sind“, sagt Studienautor Mattis Beckmannshagen. Dabei werde das Arbeitsmarktpotenzial von Frauen jedoch nicht genug ausgeschöpft. Die Studie zeigt nämlich: Immer noch leisten Frauen im Durchschnitt deutlich mehr Sorgearbeit als Männer und arbeiten weniger Stunden in einem Beruf.
Mögliche Gegenmaßnahmen könnten Reformen der Lohnsteuerklassen und des Ehegattensplittings sein, so die Studienautoren.
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DIE ZEIT: In Deutschland wird so viel gearbeitet wie noch nie
Süddeutsche Zeitung: So viel arbeiten die Deutschen wirklich (für Abonnentinnen und Abonnenten)
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Die Auswirkungen familiärer Brüche
Wenn sie nicht mehr mit beiden Elternteilen zusammenleben, erzielen Kinder sowohl am Ende der Grundschule als auch in der Sekundarstufe I schlechtere Ergebnisse in Mathematik und Lesen. Das zeigen Auswertungen der Studie „Leben in Deutschland“. Der Blick auf den gesamten Lebensverlauf unter Einbeziehung der Fähigkeiten der Kinder vor der Änderung der Familienkonstellation zeigt, dass dabei die ungleiche Verteilung finanzieller Ressourcen eine Rolle spielt. Um die Bildungslücke zu schließen, so die Forschenden, könnte eine stärkere Unterstützung des Familieneinkommens erwogen werden, insbesondere in familiären Übergangsphasen.
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Befragung unter ukrainischen Geflüchteten
Auswertungen der Studie „Leben in Deutschland“ zeigen: Faktoren wie Deutschkenntnisse, Bildungsabschlüsse und Bleibeabsichten beeinflussen die Erwerbschancen ukrainischer Geflüchteter in Deutschland maßgeblich. Im Fall der Frauen sind es insbesondere familiäre Verpflichtungen, die sich negativ auf die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit auswirken: Leben beide Eltern gemeinsam in Deutschland, ist die Erwerbstätigenquote der Mütter rund 10 Prozentpunkte niedriger als die der Väter – unabhängig vom Alter der Kinder. In Familien ohne Kinder hingegen sind Frauen häufiger erwerbstätig als Männer.
Bei alleinerziehenden ukrainischen Geflüchteten ist die Erwerbsquote wegen der mitunter schwierigen Vereinbarkeit von Beruf und Kinderbetreuung insgesamt recht niedrig. Anfang 2023 lag sie lediglich zwischen 10 und 15 Prozent. Dies fällt besonders bei den Frauen ins Gewicht, da über ein Drittel von ihnen alleinerziehend sind.
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Grafik des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)
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Foto von Maxim Tolchinskiy auf Unsplash …
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Welche Unterstützung brauchen Geflüchtete?
Geflüchtete, die seit 2013 nach Deutschland gekommen sind, haben grundsätzlich einen hohen Bedarf an Unterstützungsangeboten, besonders bei der Gesundheitsversorgung und dem Spracherwerb. Dies zeigt die Auswertung der Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP).
Ob entsprechende Angebote allerdings wahrgenommen werden, hängt nicht allein davon ab, ob sie existieren oder nicht. Vielmehr gibt es zahlreiche Hindernisse: Vielen Geflüchteten fehlen Informationen über die Angebote. Neben Sprachbarrieren können zudem auch die fehlende Kenntnis sozialer Normen sowie Diskriminierung und Stigmatisierung im Weg stehen. Und: Je höher der Bildungsabschluss ist und je mehr Arbeitserfahrung jemand bereits in seinem Heimatland gewonnen hat, desto eher nutzt er oder sie die bestehenden Hilfsangebote.
Vor allem Unterstützung bei der Arbeits- und Bildungssuche sowie bei Asylfragen wird oft nicht in Anspruch genommen. Viele Angebote stehen darüber hinaus nur Geflüchteten mit einer „positiven Bleibeperspektive“ offen, weswegen Geduldete und Personen in einem laufenden Asylverfahren seltener Hilfe erhalten. Studienautorin Ellen Heidinger rät: „Sprach- und kultursensible Angebote müssen ausgebaut werden, um allen Personengruppen Zugang zu gewähren.“Weitere Informationen
ZEIT Online: Integration: Asylbewerber und Flüchtlinge wollen mehr Hilfe
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Kurzarbeit während der Pandemie
Welche Auswirkungen hatte die Kurzarbeit während der Corona-Pandemie auf die Beschäftigten? Eine Untersuchung kommt zu einem eindeutigen Urteil: Kurzarbeit war ein „wirksames Instrument, um die Folgen des Wirtschaftseinbruchs auf dem Arbeitsmarkt einzudämmen“, so Clara Schäper, eine der Autorinnen der vorliegenden Studie. Zusammen mit Katharina Wrohlich wertete sie hierfür Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) aus.
Zwischen März 2020 und März 2021 befanden sich durchschnittlich 3,6 Millionen Beschäftigte pro Monat in Kurzarbeit. Eine repräsentative Befragung ergab, dass Frauen häufiger in Kurzarbeit geschickt wurden als Männer. Insgesamt verstärkte sich die Ungleichheit auf dem Arbeitsmarkt jedoch nicht. Wer im Jahr 2020 in Kurzarbeit war, geriet im darauffolgenden Jahr im Schnitt nicht häufiger in die Arbeitslosigkeit als nicht von Kurzarbeit betroffene Beschäftigte – egal ob Männer oder Frauen.
Menschen ohne Zugang zu Kurzarbeit, insbesondere Minijobber*innen und Selbstständige, waren mitunter sehr stark von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie betroffen.Weitere Informationen
Süddeutsche Zeitung: Kurzarbeit schadet der Karriere nicht (für Abonnentinnen und Abonnenten)
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Infektionsrisiko für alle Bevölkerungsgruppen mindern
Forschende haben herausgefunden, dass sich Menschen mit sozio-ökonomischen Benachteiligungen häufiger mit dem Coronavirus angesteckt haben. Aber gilt dies auch, wenn sie im Homeoffice arbeiten? Der Forscher Markus M. Grabka und Kollegen vom Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) analysierten hierzu Daten einer Befragung, die mit dem Robert Koch-Institut durchgeführt wurde. Sie vergleichen exemplarisch das Infektionsrisiko von Menschen in Deutschland mit niedrigerem und höherem Bildungsgrad, die zuhause arbeiten. Das Ergebnis: Im Homeoffice sinkt das Infektionsrisiko besonders stark für Menschen mit niedrigerem Bildungsgrad – laut den Forschenden eine wichtige Erkenntnis für die künftige Pandemievorsorge.
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Stundenlöhne um 20 Prozent gestiegen
Wie haben sich die wirtschaftlichen Schwankungen der vergangenen Jahre auf die Löhne in Deutschland ausgewirkt? Die Auswertung im Rahmen der Studie „Leben in Deutschland“ zeigt: Zwischen 1995 und 2021 sind die Bruttostundenlöhne um 16,5 Prozent auf durchschnittlich rund 20,30 Euro angestiegen. Seit 2013 ist ein besonders großer Zuwachs zu beobachten, vor allem im Bereich niedriger Löhne. Dies ist unter anderem auf die Einführung des allgemeinen Mindestlohns und eine veränderte Lohnpolitik der Gewerkschaften zurückzuführen.
Die positive Entwicklung bei den niedrigen Löhnen hat mit dazu beigetragen, dass die Ungleichheit der Löhne in Deutschland insgesamt seit ihrem Höhepunkt in den 2000er Jahren wieder deutlich zurückgegangen ist.Weitere Informationen
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Der Einsamkeit auf den Grund gehen
Vor der Pandemie waren 14 Prozent der Bevölkerung zumindest manchmal einsam – im Jahr 2021 waren es bereits 42 Prozent. Vor der Corona-Pandemie betraf Einsamkeit vor allem Menschen über 75 Jahren sowie Frauen, Menschen mit niedrigem Einkommen und niedrigem Bildungsstatus, Menschen mit Migrationshintergrund und nicht Erwerbstätige. Im Zuge der Pandemie fühlten sich nun vermehrt jüngere Menschen und Paare mit Kindern einsam. Soziale Unterschiede wie zum Beispiel das Einkommen spielten weniger eine Rolle für die Erfahrung von Einsamkeit als zuvor.
„Leben in Deutschland“ liefert die Daten für eine breit angelegte Initiative der Bundesregierung, die so genannte „Strategie gegen Einsamkeit“. Ziel der Strategie ist es, das Wissen über Einsamkeit zu vertiefen, aber auch für Vorbeugung und Linderung zu sorgen. Einsamkeit geht nämlich mit hohen gesundheitlichen Risiken einher: Hält sie über einen längeren Zeitraum an, begünstigt sie sowohl psychische als auch physische Erkrankungen. Sie sorgt für eine geringere Lebenszufriedenheit und ein geringeres allgemeines Wohlbefinden. Menschen, die unter Einsamkeit leiden, haben häufiger Depressionen, Schlafprobleme und ein höheres Risiko, an koronaren Herzerkrankungen, Schlaganfällen oder Herzinfarkten zu erkranken.
Weitere Informationen
Kompetenznetzwerk Einsamkeit: Epidemiologie von Einsamkeit in Deutschland (pdf)
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Wissen zu Einsamkeit vertiefen
National Geographic: Die Vermessung der deutschen Einsamkeit





